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Während 5G noch in den Kinderschuhen steckt, blicken Unternehmen wie Nokia bereits in die Zukunft und investieren in Forschung und Entwicklung, die für die Einführung von 6G notwendig sind.

30. Jänner 2024 / 07:52 Uhr

Nokias 6G-Investition in Deutschland – Wie weit ist es noch bis zur nächsten Generation der Kommunikationstechnologie?

In einer Zeit, in der bahnbrechende Technologien unser tägliches Leben verändern, ebnet 6G den Weg für Veränderungen in vielen Bereichen. Die geplante Investition von Nokia in Höhe von 360 Millionen Euro in Mikroelektronik und Kommunikationstechnologie in Deutschland ist ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung von 6G, der nächsten Generation der Mobilfunktechnologie. 

Während 5G noch in den Kinderschuhen steckt, blicken Unternehmen wie Nokia bereits in die Zukunft und investieren in Forschung und Entwicklung, die für die Einführung von 6G notwendig sind. Diese Ankündigung ist Teil der Strategie von Nokia, sich als führendes Unternehmen im Bereich der Kommunikation der Zukunft zu positionieren.

Nokia als Wegbereiter für 6G?

Nokia verfügt über eine starke Expertise in der Entwicklung von Mobilfunktechnologien. Das Unternehmen war bereits an der Entwicklung von 2G, 3G, 4G und 5G beteiligt.

Dank der Forschung von Nokia Bell Labs hat Nokia die Führung von grundlegenden Technologien für das 5G-Zeitalter übernommen. Nokia ist nicht nur an zahlreichen 6G-Forschungsinitiativen beteiligt, sondern verfügt auch über ein starkes Forschungs- und Entwicklungsteam. Das Unternehmen investiert jedes Jahr Milliarden von Euro in Forschung und Entwicklung und arbeitet mit einem globalen Netzwerk von Partnern zusammen, um neue Technologien zu entwickeln.

Nokia leitet Hexa-X, die 6G-Initiative der Europäischen Kommission zur Erforschung und Entwicklung der nächsten Generation drahtloser Mobilfunknetze. Die Entwicklung von 6G ist noch im Anfangsstadium. Erste Forschungsarbeiten zu 6G begannen bereits 2017, die Standardisierungsphase soll ab 2025 beginnen und bis 2028 zur ersten 6G-Spezifikation führen.

Bis 2030 soll 6G in Europa verfügbar sein. Die Entwicklung ist ein globaler Wettbewerb. Unternehmen aus der ganzen Welt arbeiten daran, die führenden Technologien und Standards für 6G zu entwickeln. Zu den Hauptakteuren bei der Entwicklung gehören Nokia, Ericsson, Samsung, Huawei und Qualcomm. Das Sprungbrett zu 6G wird 5G-Advanced sein, die nächste Standardverbesserung von 5G. Sie wird erweiterte Funktionen, höhere Effizienz und ein besseres Nutzererlebnis bieten.

Um den Ausbau aktueller und zukünftiger Mobilfunkgenerationen zu beschleunigen, müssen Bau- und Genehmigungshürden konsequent und bundesweit abgebaut werden. Verwaltungsverfahren sollten vollständig digitalisiert und die gesellschaftliche Akzeptanz des Ausbaus verbessert werden. 

Was unterscheidet 6G von 5G

5G ist die aktuelle 6G, die nächste Generation der Mobilfunknetztechnologien. Beides sind Mobilfunknetztechnologien, die sich jedoch in folgenden Merkmalen unterscheiden: 

  • Übertragungsgeschwindigkeit: 5G bietet Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 20 Gbit/s, während 6G Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 1 Tbit/s erreichen soll und damit 100-mal schneller sein wird als sein Vorgänger.
  • Sicherheitsfunktionen: 6G wird über leistungsstarke Sicherheitsfunktionen zum Schutz der Nutzerdaten verfügen. Dazu gehören fortschrittliche Verschlüsselungsalgorithmen, Netzwerk-Slicing und eine auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Bedrohungserkennung. Außerdem werden Daten bei VPN-Anwendungen wesentlich schneller übertragen, was insbesondere für Anwendungen mit hohem Bandbreitenbedarf von Vorteil ist. Ein VPN-Server schützt die Daten vor unbefugtem Zugriff, indem er die Internetverbindung verschlüsselt und die IP-Adresse verbirgt. Mehr dazu können Sie hier lesen.
  • Latenz: 5G bietet eine Latenz von 1 bis 5 Millisekunden, während 6G eine Latenz von weniger als 0,1 Millisekunden erreichen soll. Damit ist 6G ideal für Anwendungen mit Echtzeitkommunikation wie autonomes Fahren und Fernchirurgie.
  • Netzkapazität: Die Netzkapazität von 6G wird auf das Hundertfache der Kapazität von 5G geschätzt. Das bedeutet, dass 6G wesentlich mehr Geräte gleichzeitig unterstützen kann.
  • Energieeffizienz: 6G wird voraussichtlich noch energieeffizienter sein als 5G. Dies ist wichtig, um die Auswirkungen der drahtlosen Kommunikation auf die Umwelt deutlich zu verringern.
  • Frequenznutzung: 5G nutzt Frequenzen zwischen 3,5 und 30 GHz. 6G wird Frequenzen zwischen 30 und 3000 GHz nutzen, einschließlich Terahertz-Frequenzen. Dadurch kann 6G höhere Datenraten und geringere Latenzzeiten als 5G bieten.

6G Anwendungsmöglichkeiten

Mit 6G sollen in den 2030er Jahren Mobilfunknetze entstehen, die die Vernetzung der Menschen mit der digitalen und physischen Welt, das Internet der Dinge (IoT), weiter ausbauen. 6G wird es den Menschen erlauben, mühelos in die digitale und physische Welt einzutauchen, und zwar in so unterschiedlichen Umgebungen wie dem Metaversum. So kann man als virtueller Avatar beispielsweise mit Freunden in einer virtuellen Umgebung zusammenkommen, auch wenn man räumlich getrennt ist. 

  • Mit 6G verschwimmen die Grenzen zwischen digitaler und physischer Welt: Es kann eine vollständig simulierte digitale Umgebung geschaffen werden. Mit dem Einsatz von 6G können Virtual und Augmented Reality zu einer Mixed Reality weiterentwickelt werden, in der die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt verschwinden. Immersive Telepräsenz oder holografische Telepräsenz werden außergewöhnliche und immersive Erlebnisse ermöglichen.
  • Netzerfassung und digitaler Twin: Eine weitere wesentliche Innovation der 6G-Netze ist die Fähigkeit zur Erfassung der Umgebung. Das Netzwerk wird allgegenwärtig sein und ein Bewusstsein für Situationen und seine Umgebung haben. Es erfasst mit einem Sensor Signale, die von Objekten reflektiert werden und die Art und Form der Objekte wahrnimmt. Ein sogenannter Digital Twin ist beispielsweise in der Lage, ein Modell der physischen Welt virtuell abzubilden.
  • 6G unterstützt und ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung weltweit: eine globale Abdeckung zu niedrigen Kosten mit zuverlässiger Konnektivität ermöglicht unter anderem die medizinische Versorgung in entlegenen Gebieten durch Fernkonsultation und Fernanalyse. Dies wird bereits mit 5G erreicht, allerdings mit vielen Einschränkungen aufgrund der maximalen Datenrate und Latenz, die mit 5G verbunden sind. 
  • 6G schafft lokale Trusted Zones: Spezialisierte Teilnetze und Netzwerke, z. B. für die Gesundheitsüberwachung oder den großflächigen Einsatz von Sensornetzwerken in der Smart City, sodass alle gesammelten Daten auf einem virtuellen Computerserver zur Verfügung stehen. Diese bieten höchste Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit auf lokaler Ebene.
  • Nutzung der autonomen Fahrtechnologie für 6G: Die Fähigkeit von Fahrzeugen, miteinander und mit ihrer Umgebung zu kommunizieren, ist der Schlüssel zum autonomen Fahren. Es reicht nicht aus, dass Sensoren in der Karosserie unter anderem Hindernisse erkennen und die eigene Geschwindigkeit messen. Erst durch einen intensiven Datenaustausch werden die besonderen Vorteile wie hohe Sicherheit und besserer Verkehrsfluss möglich.

Fazit

Die Investition von Nokia in Deutschland ist eine willkommene Entwicklung, die dazu beiträgt, dass Europa bei der Entwicklung der 6G-Technologie an vorderster Front steht. Mit weiteren Investitionen und Kooperationen hat 6G das Potenzial, die Art und Weise, wie wir leben, arbeiten und kommunizieren, zu revolutionieren. 

Es ist noch zu früh, um genau zu sagen, wann 6G kommerziell verfügbar sein wird. Es wird jedoch allgemein erwartet, dass 6G Anfang der 2030er Jahre auf den Markt kommen wird. Fest steht jedoch, dass 6G noch einmal deutliche Fortschritte mit sich bringt und neue Wirtschaftszweige schaffen wird.

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