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Alfred Gustenbauer und Andreas Babler

Wie schon Alfred Gusenbauer gilt auch Andreas Babler als roter “Sozial-Kämpfer”. Doch die Wandlung vom Marxisten zum Kapitalisten geht schnell.

26. November 2023 / 11:23 Uhr

Alfred Gusenbauer & Andreas Babler: Die Doppelmoral der roten „Sozial-Kämpfer“

Vordergründig spielen sich SPÖ-Vorsitzende als „Sozial-Kämpfer“ auf, die vermeintlich für den kleinen Mann da sind. Geht es um die eigene Tasche, werden solche moralischen Vorsätze aber über Bord geworfen. Zwei Namen in der Sozialdemokratie stechen da besonders ins Auge. Alfred Gusenbauer und Andreas Babler.

Bodenhaftung schnell verloren

Erinnern Sie sich noch? Als sich Alfred Gusenbauer als „kleiner“ Referatsleiter der Kammer für Arbeiter und Angestellte und nach einer fast lückenlosen Parteikarriere anschickte, österreichischer Bundeskanzler zu werden, glaubten alle, die Ära der Nadelstreif-Sozialisten sei zu Ende. Gusenbauer präsentierte sich als echter Genosse, der im Jahr 1983 – noch als Verbandssekretär der Sozialistischen Jugend – am Moskauer Flughafen den Boden geküsst hatte. Dem Mann, der laut eigener Aussage schon in seiner Sandkiste in Ybbs davon geträumt hatte, einmal Kanzler zu werden, verlor als solcher (von Jänner 2007 bis Dezember 2008) aber schnell die Bodenhaftung. Seine Abgehobenheit zeigte er am Rande einer Veranstaltung in der SPÖ-Hochburg Leoben in der Steiermark vor laufender ORF-Kamera, als er fragte:

Und das wird heute was Ordentliches in Donawitz oder das übliche Gesudere?

Vom “Marxisten” zum “Kapitalisten”

Schnell war er bei den Genossen unten durch – und schnell ging auch die Verwandlung Gusenbauers vom „Kommunisten“ zum „Kapitalisten“. Denn nur wenige Tage, nachdem Kanzler Gusenbauer am 2. Dezember 2008 in Österreich Polit-Geschichte war, handelte dieser am 18. Dezember 2008 mit dem aufstrebenden Immobilien-Unternehmer René Benko einen unterschriftsreifen Vertrag aus. Medial wurde nun bekannt, dass sich das ausgezahlt hat – mit Honoraren von mehreren Millionen Euro.

FPÖ-Chef Herbert Kickl schrieb dieser Tage auf seiner Facebook-Seite:

Im Parlament spucken die Roten gerne linke Töne und geben vor, gegen die Umverteilung von unten nach oben zu kämpfen. Das ist in Wahrheit reiner Murks. Denn kaum fliegt ein Roter aus dem Parlament, heuert er bei den Austro-Oligarchen an und wird vom Marxisten zum Kapitalisten. Bestes Beispiel dafür ist Alfred Gusenbauer.

“Schamlos doppelt verdient”

Der jetzige SPÖ-Vorsitzende Andreas Babler meinte im profil zu Gusenbauers Signa-Job, dass dies moralisch nicht in Ordnung sei. Schwer vorstellbar, dass sich Babler dabei selbst in den Spiegel geschaut hat. Denn im Spiegelbild hätte er seine Doppelmoral erkennen können.

Babler, der Marxist und Lenin-Verehrer, der von seinen Marketingberatern gerne auch als „Robin Hood“ ins Bild gerückt wird, griff als Bürgermeister von Traiskirchen im Bezirk Baden in Niederösterreich tief in die Stadtkassa. Von Mitte 2014 bis März 2016 hatte er „schamlos doppelt verdient“, wie die Kronen Zeitung schrieb, indem er sich selbst zum angestellten Pressesprecher gemacht hatte. Satte 11.300 Euro brutto im Monat streifte Babler durch den Doppelbezug als Gemeindeangestellter und Stadtchef ein. Unzensuriert berichtete.

Urlaub im 5-Sterne-Luxus-Resort auf Zypern

Seine unsoziale Vergangenheit hielt Babler nicht davon ab, gemeinsam mit seiner Vize-Klubchefin im Parlament, Julia Herr, den Reichtum „der Millionäre“ anzuprangern. Herr rückte sogar aus, um den Milliarden-Erben Mark Mateschitz und die Glasschmuck-Prinzessin Viktoria Swarovski für ihr Luxsusleben anzugreifen. Am 24. August 2023 mokierte sich Julia Herr über das schöne Leben des Luxus-Paares und den CO2-Schadstoffausstoß im Urlaub.

Viele SPÖ-Mitglieder waren indes nicht erfreut darüber, dass der rote „Sozial-Kämpfer“ Babler ausgerechnet in einem 5-Sterne-Luxus-Resort auf Zypern tagelang die vier Restaurants, fünf Bars und zwei Pools genossen hat. Das auch noch in zeitlicher Nähe zum Bundesparteitag in Graz. Damit verloren die klassenkämpferischen Aussagen Bablers stark an Glaubwürdigkeit. Den Linkskurs von Parteichef Andreas Babler hat SPÖ-Urgestein Hannes Androsch ohnehin nie ernst genommen, wie er der Kleinen Zeitung sagte. Unzensuriert berichtete.

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