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Martin Graf, Gerhard Kaniak, Rene Brasser bei Kranzniederlegung im Währinger Park

Vertreter des Franz-Dinghofer-Instituts, Präsident Nationalratsabgeordneter Martin Graf (r.), Obmann Nationalratsabgeordneter Gerhard Kaniak und Generalsekretär Rene Brasser, bei der Kranzniederlegung im Währinger Park.

21. November 2023 / 10:39 Uhr

Kranzniederlegung bei einem Märtyrer und unbekannten Helden

Vertreter des Franz-Dinghofer-Instituts legten am 20. November im Wiener Währinger Park im Gedenken an die 1848-Revolutionäre einen Kranz nieder. Dabei wurde vor allem an den Märtyrer und heute für viele unbekannten Helden Robert Blum gedacht.

Werte von 1848 wieder in Gefahr

Die Revolution von 1848 war eine politische Bewegung, die ab Februar/März 1848 große Teile Europas erfasste. Politische Ziele waren unter anderem gewählte Volksvertretungen, die Beseitigung feudaler Strukturen und die Garantie der Pressefreiheit. Grundpfeiler einer Demokratie, die heute wieder gefährdet sei, sagte der frühere FPÖ-Verteidigungsminister (1986 bis 1987) Helmut Krünes anlässlich der Überreichung der Dinghofer-Medaille, die Krünes als ruheloser Kämpfer für Demokratie gestern, Montag, im Palais Epstein erhielt. Er habe Sorge um den Verlust unserer Werte, sagte der 82-Jährige in seiner Rede.

Aus braven Untertanen werden Barrikadenkämpfer

Krünes bezeichnete Robert Blum als Vorkämpfer für bürgerliche Freiheit und Demokratie. Tatsächlich stand der Politiker, Publizist, Verleger und Dichter in der ersten Reihe, als im März 1848 aus braven Untertanen des Kaisers entschiedene Barrikadenkämpfer wurden. Es war ein Volksaufstand, wie es ihn zuvor in der österreichischen Geschichte noch nie gegeben hat. Im Oktober 1848 stellt sich Blum mit der Waffe in der Hand dem Kampf gegen die Habsburger Truppen. Doch er und seine Mitstreiter waren der kaiserlichen Übermacht nicht gewachsen.

Leitfigur der Demokratie

Trotz seiner Immunität als Abgeordneter wird Blum in einem Wiener Militärgefängnis inhaftiert – widerrechtlich. Er wird zum Tode verurteilt und am 9. November 1848 standrechtlich erschossen. Nach seinem Tod wird Blum wie ein Märtyrer verehrt und zur Leitfigur der Demokraten.

Erinnerung an Revolution 1848 in NS-Zeit ausgelöscht

Zur Erinnerung an die Freiheitskämpfer von damals wird am 9. November 1923 im Währinger Park ein Gedenkstein enthüllt. Die Inschrift des Gedenksteins trägt schlicht ihre Namen und die Jahreszahl „1848“. Im Ständestaat und in der NS-Zeit sollte die Erinnerung an die Revolution 1848 ausgelöscht werden, und daher wurde in dieser Phase die Inschriftentafel des „Blum-Gedenksteines“ entfernt. Am 9. November 1948 wurde anlässlich des 100-jährigen Gedenkens an die Revolution von der Stadt Wien feierlich eine neue Inschriftentafel am Gedenkstein angebracht.

Kranzniederlegung zum Gedenken an Revolutionäre

Mit einer Kranzniederlegung beim Gedenkstein im Währinger Park haben am Montag Vertreter des Franz-Dinghofer-Instituts, Präsident Nationalratsabgeordneter Martin Graf, Obmann Nationalratsabgeordneter Gerhard Kaniak und Generalsekretär Rene Brasser, 175 Jahre nach der Ermordung des Freiheitskämpfers Robert Blum an die Revolutionäre von 1848 gedacht.

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