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Manuel Neuer

In Frankreich gehen die Wogen hoch, weil sich Profifußballer weigerten, Regenbogen-Trikots anzuziehen. Manuel Neuer (Bild), Kapitän der DFB-Elf, trägt dagegen gerne “One Love”-Binden.

15. Mai 2023 / 16:11 Uhr

Sportministerin sauer: Profifußballer wollten keine Regenbogen-Trikots tragen

Schwule und Lesben buhlen um noch mehr Aufmerksamkeit – und der Sport lässt sich dafür oftmals einspannen. Nicht überall, wie sich jetzt im Profifußball in Frankreich herausstellte.

Nicht Aufgabe der Spieler, Botschaften zu vermitteln

Laut APA hätten anlässlich des “Tages der Homophobie” am Mittwoch, 10. Mai, alle Spieler der Ligue 1 und 2 Trikots tragen sollen, die ihre Nummer in Regenbogenfarben zeigten. Dazu hatte die Profi-Liga (LFP) und der nationale Dachverband des Sports die Spieler aufgefordert. Eine Reihe von Spielern beteiligte sich jedoch nicht an der Aktion. Die Nationale Union der Profifußballer (UNFP) erklärte, es sei nicht Aufgabe der Spieler, “kollektive Botschaften” zu vermitteln. Man sei verwundert, dass die Vereine die Spieler dazu aufforderten, hieß es in einer Mitteilung.

Sportministerin fordert Sanktionen

Darauf reagierte Frankreichs Sportministerin Amelie Oudea-Castera ziemlich sauer:

Ich denke, es liegt in der Verantwortung der Vereine, Sanktionen zu ergreifen. Bei einer solchen Aktion, die alle Vereine zum grundlegenden Thema der Nichtdiskriminierung einbezieht, muss man sich zeigen.

Unmut soll es besonders wegen der Partie Toulouse gegen Nantes, bei der insgesamt vier Spieler das Regenbogen-Trikot nicht tragen wollten, gegeben haben. Auch in den Vorjahren hatte es Ärger um Spieler gegeben, die sich der Aktion verweigert hatten.

“One Love”-Binde bei WM in Katar verboten

Dass Politik und Ideologie im Sport nichts verloren haben, galt lange Zeit als Dogma und wurde vor allem von Politikern in Sonntagsreden immer wieder betont. Spätestens seit der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar 2022 wurden die Menschen eines Besseren belehrt, als Kapitäne einzelner Teams unbedingt die „One Love“-Binde in Regenbogenfarben tragen wollten – unter anderem auch der Kapitän der deutschen Nationalelf, Manuel Neuer, der seitens der Politik dafür auch noch bestärkt wurde.

Es kam nicht dazu, weil der Fußball-Weltverband FIFA sieben europäische Mannschaften mit Sanktionen bedrohte, wenn sie die Armbinde “One Love” als Symbol für “Vielfalt und Toleranz” tragen würden. Die Teams verzichteten daraufhin auf die Aktion.

Respekt vor Regeln

Einer, der sich der „One Love“-Aktion bei der WM in Katar nicht unterwerfen wollte, war Frankreichs Teamkapitän Hugo Lloris. Der Tormann von Tottenham Hotspur schilderte seine Beweggründe in einer Pressekonferenz, in der er sagte:

Wenn wir zuhause in Frankreich Fremde begrüßen, erwarten wir, dass sie sich an unsere Regeln halten und unsere Kultur respektieren. Genau dasselbe werde ich in Katar tun, so einfach ist das.

Völler für schwarz-rot-gelbe Armbinde

Ein starkes Zeichen für einen unpolitischen Fußball setzte der neue Sportdirektor des Deutschen Fußballbundes (DFB), Rudi Völler. Wie berichtet, schlug er vor, dass der Kapitän der Nationalmannschaft statt einer Regenbogen-Binde wieder, wie früher, eine schwarz-rot-goldene Armbinde tragen sollte.

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