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Immanuel Kant, bedeutendster deutscher Philosoph der Aufklärung und wichtiger Vertreter der abendländischen Philosophie, verbrachte sein ganzes Leben in Königsberg in Ostpreußen.

11. Mai 2023 / 16:13 Uhr

Die Auferstehung von Königsberg: Polen hebt Namen „Kaliningrad“ auf

In einem Krieg, wie dem jetzigen russisch-ukrainischen, ist alles im Fluss. So auch das Gebiet Ostpreußens, das der Vorgänger Russlands, die Sowjetunion, 1945 von Deutschland erobert hatte.

Benannt nach Kommunisten Kalinin

Heute ist diese Exklave Russlands den westlichen Mächten ein Dorn im Auge, befindet es sich doch umgeben von EU-Staaten, wo sich Polen 1945 den anderen Teil Ostpreußens geschnappt hat. Doch Königsberg, die Hauptstadt Ostpreußens, wo der größte deutsche Aufklärer Immanuel Kant lebte und dachte, befindet sich bei Russland.

Die Sowjetunion benannte die alte Hauptstadt Ostpreußens nach dem sowjetischen Führer und kommunistischen Parteifunktionär Michail Kalinin in Kaliningrad um.

Rückbenennung auf historischen Namen

Dessen Ehrung will Polen nicht länger mitmachen. Warschau hat kurzerhand den offiziellen Namen für die heute russische Stadt unter Berufung auf die Tradition für den polnischen Sprachgebrauch zu Königsberg/Królewiec zurück geändert.

Kaliningrad sei „in Polen unter seinem traditionellen Namen Königsberg bekannt“. Der Name Kaliningrad sei „eine künstliche Taufe, die weder mit der Stadt noch mit dem Gebiet zu tun hat“.

Aufrechnung und Abrechnung

Fast 80 Jahre nach Kriegsende und Namensgebung für einen brutalen Kommunisten fällt den Polen ein, dass Kalinin 1940 seine Zustimmung zum Massenmord an bis zu 25.000 polnischen Männern, die später den Deutschen in die Schuhe geschoben wurde, gegeben hat.

Der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow kommentierte die polnische Entscheidung:

Es ist nicht einmal mehr Russophobie, es ist ein an Wahnsinn grenzender Prozess, der in Polen stattfindet. Wir wissen, dass Polen im Laufe der Geschichte immer wieder in diesen Wahnsinn des Russenhasses hineingeraten ist, und das seit vielen Jahrhunderten, seit dem 16.-17. Jahrhundert oder sogar noch früher.

Deutsche Vergangenheit

Und Richtung Polen sagte Dmitri Lyskow, Leiter des Pressedienstes der Gebietsregierung, in diesem Zusammenhang:

Wir könnten genauso gut Gdańsk Danzig nennen und die Republik Polen das Königreich Polen.

Der Ex-Präsident Russlands und derzeit stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, setzt die Liste fort:

Dann statt Krakow ‒ Krakau, Gdańsk ‒ Danzig und nicht Polen ‒ Königreich Polen als Teil von Russland.

Verbrechen wieder ins Bewusstsein gerückt

In der ganzen Angelegenheit zeigt sich die historische Schuld beider Streitparteien: Es handelt sich um altes deutsches Kulturland, das weder Russen noch Polen entwickelt und zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Land gemacht haben. Es war die angestammte deutsche Bevölkerung, die beide grausam vernichtet haben.

Das Verbrechen, das bereits der Vergessenheit anheimgestellt worden war und nicht einmal die Deutschen selbst interessiert, wird jetzt durch die Profiteure selbst wieder ans Tageslicht gebracht.

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