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China_Verbotene Stadt

Der Kommunismus greift in die privatesten Entscheidungen der Menschen ein. In China sogar in die Frage, wie viele Kinder man bekommen darf.

22. April 2023 / 17:09 Uhr

Chinas Probleme mit der Zukunft: Ein-Kind-Politik zeigt grausame Wirkung

Laut Vereinten Nationen (UNO) hat Mitte April Indien China als bevölkerungsreichstes Land der Welt überholt.

Linke Radikalpolitik

1979 führte die kommunistische Regierung in China die Ein-Kind-Politik ein, um das Bevölkerungswachstum einzubremsen und Hungersnöte wie in der Vergangenheit (die sie durch die Kollektivierung der Landwirtschaft selbst erzeugt hatten) zu verhindern. Wenn Paare mehr als ein Kind bekamen, drohten Geldstrafen bis hin zu Zwangsabtreibungen. Mit sozialistischer Härte und Intoleranz wurde die Maßnahme rigoros durchgesetzt.

Ende der Ein-Kind-Politik

Im Oktober 2015 brach China mit seiner Ein-Kind-Politik. Seitdem dürfen Paare zwei Kinder bekommen, im Mai 2021 dann die Erhöhung auf drei Kinder.

Seit 2022 schrumpft die Bevölkerung der Volksrepublik China. Das heißt, dass damit auch der Verzögerungseffekt durch eine steigende Lebenserwartung, die in den vergangenen Jahrzehnten den Geburtenrückgang statistisch überdeckte, verpufft ist.

Gegensteuern erst in 20 Jahren merkbar

Der Überalterungsprozess wird sich schnell auf dramatische Weise zeigen, denn selbst wenn eine Steigerung der Geburtenrate gelingen sollte, worauf Chinas Demographen seit 20 Jahren mit Nachdruck drängen, wird es Jahre dauern, bis sich eine Wirkung zeigt.

Die Lebenserwartung liegt in der Volksrepublik China inzwischen bei 79 Jahren. Ein starker Jahrgang hat somit die Wirkung eines Neunundsiebzigstels und erst in rund 20 Jahren eine Auswirkung auf die Welt von Beruf und Gesellschaft in all seinen Bereichen.

Frauenmangel

Von China weiß man seit vielen Jahren von einem ebenso lebhaften wie grausamen Menschenhandel, indem Frauen aus Südostasien „importiert“ werden, da die Ein-Kind-Politik einen Feminzid durch Abtreibung von Mädchen zur Folge hatte, es also zu wenig Frauen für die vorhandenen jungen Männer gibt. Es leben heute gut 30 Millionen mehr Männer als Frauen in China.

Zudem kommt die problematische soziale Entwicklung von Kindern in Ein-Kind-Haushalten, die wie kleine Prinzessinnen und Prinzen sozialisiert wurden.

Unklare Zukunftsaussichten

Wie die kommunistische Führung künftig mit der Vielzahl sich längst abzeichnender Probleme (die heute fehlenden jungen Erwachsenen wurden ja schon vor 20 und mehr Jahren nicht geboren) umgehen wird, muss sich erst zeigen.

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