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Die Österreichische Gesundheitskassa fordert von einem Rentner zu Unrecht Krankenversicherungsbeiträge. Aufforderungen zur Stellungnahme kam sie bis dato nicht nach.

26. Feber 2023 / 20:18 Uhr

1.300 Euro Nachforderung für Rentner: ÖGK schweigt in der Causa weiter

Mitte Februar hat unzensuriert über Herrn Huber (Name der Redaktion geändert) berichtet, der von der Österreichischen Gesundheitskassa (ÖGK) als auch der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) unangenehme Post erhalten hatte. Die ÖGK forderte von Huber 1.300 Euro Nachzahlung von Krankenversicherungsbeiträgen für einen Zeitraum, in dem Huber nicht in Österreich, sondern in der Bundesrepublik Deutschland lebte und daher auch nicht in Österreich, sondern bei der Allgemeinen Ortskassa (AOK) krankenversicherungspflichtig war.

Einziehung von der Pension

Die PVA begann bei Huber bereits von seiner ohnehin niedrigen Pension nicht nur die üblichen Krankenversicherungsbeiträge von rund 50 Euro abzuziehen, sondern auch nochmals 50 Euro. Ratenzahlung bis die Nachforderung beglichen sei.

Die freiheitliche Seniorensprecherin Rosa Ecker nahm sich der Sache an. Über Anfragen konnte sie erreichen, dass die PVA die Ratenzahlungen aussetzte. Ein Umstand übrigens, über den Huber anfangs von der PVA nicht informiert wurde. Er selbst erhielt erst nach zwei Wochen nach Erscheinen des unzensuriert-Beitrags eine schriftliche Bestätigung der PVA.

Telefonisch nicht erreichbar

Für Ecker war die Sache aber deswegen nicht erledigt. Denn der Spielball liegt bei der ÖGK, die zweimal schriftlich via E-Mail um Stellungnahme ersucht wurde, allerdings kein einziges Mal reagierte. Als Reaktion wurde versucht, die ÖGK via Telefonat mit dem Vorfall zu konfrontieren – aber auch das scheiterte. Sucht man auf der Internetseite der ÖGK nach einer Telefonnummer der Presseabteilung, so findet man nichts.

ÖGK will nur E-Mails

Es folgte ein Anruf bei der ortsüblichen Telefonnummer. Die Telefonistin, mit dem Vorfall konfrontiert, gab eine Telefonnummer der Presseabteilung der ÖGK-Oberösterreich, wo Herr Huber seinen Wohnsitz hat. Dort verwies man wieder auf die in Wien ansässige Bundespressestelle der ÖGK. Dass die dortigen Damen der Presseabteilung telefonisch nicht erreichbar seien, sei – man staune – „so gewollt“.

Wie schaffen es Medienvertreter wohl, bei dringenden Fällen die ÖGK zu erreichen, wenn man nicht sicher sein kann, ob die elektronisch schriftlich übermittelte Medienanfrage auch angekommen ist, bzw. wann oder ob diese dann rechtzeitig beantwortet wird? Dennoch wurde von der oberösterreichischen Pressestelle betont, dass man sofort in Wien intervenieren werde. Ein Rückruf wurde noch für den damaligen Tag versichert, der aber selbst nicht am Folgetag bzw. überhaupt nicht erfolgte.

Vom Standard zur ÖGK

Wer sind eigentlich die Damen, die ungestört in der Bundespresseabteilung bleiben wollen? Durchstöbert man die Pressemeldungen der ÖGK, dann stößt man auf Viktoria Frieser, die auf älteren Aussendungen als stellvertretende Presssprecherin aufscheint. Marie-Theres Egyed wiederum ist seit April 2020 ÖGK-Pressesprecherin. Sie war zuvor zehn Jahre beim Standard als Redakteurin aktiv. Ob sie eine Allergie auf FPÖ-Anfragen entwickelt hat? Eine Lösung in der Causa gibt es jedenfalls nicht. Man wird im Kreis geschickt oder es folgt das Schweigen.

Monatelang angerufen

Da kann man durchaus Hubers Beschwerden nachvollziehen:

Ich habe unzählige Male bei der ÖGK und der PVA angerufen, und das hat sich über Monate hingezogen, bis man mir endlich mitteilte, dass ich einen Antrag auf einen Bescheid bei der ÖGK stellen müsse. In dieser Zeit hatten sie auch immer die Ratenzahlung von 50 Euro von der Rente abgezogen.

Man darf gespannt sein, wie viele Monate die ÖGK brauchen wird, um in dieser Sache zu reagieren. Unzensuriert wird berichten.

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