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Statt günstigem Gas aus Russland will die „Ampel“-Regierung künftig teures Flüssiggas aus den USA importieren.

23. Januar 2023 / 19:22 Uhr

Flüssiggas: Viel zu wenig Kapazitäten, viel zu teuer – aber Linke kennen kein Mitleid

Es ist keine Berechnung von russischer Seite, nein, ganz im Gegenteil. Die us-amerikanische Nachrichtenagentur Bloomberg serviert der „Ampel“-Koalition die Rechnung: Die Bundesrepublik Deutschland dürfte selbst 2030 nur höchstens 80 Prozent des Erdgasbedarfs ohne russisches Gas decken können.

Abhängigkeit nur getauscht

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verkündet immer wieder, Deutschland habe seine Lektion aus der zu großen Energieabhängigkeit von Russland gelernt. Deshalb trägt die Bundesregierung auch die Sanktionspolitik der EU gegen Russland federführend mit.

Dass sie sich ohne Importe aus Russland in die Abhängigkeit anderer begibt, bleibt unerwähnt.

Keine 80 Prozent vom früheren Verbrauch

Auf eine Anfrage der Linken im Bundestag sagte das Wirtschaftsministerium von Robert Habeck (Grüne), dass es noch drei Jahre dauern werde, bis Deutschland über die nötigen Importkapazitäten für 56 Milliarden Kubikmeter LNG verfügen wird. Bis 2030 sollen diese Kapazitäten dann auf 76,5 Milliarden Kubikmeter anwachsen. Klingt viel, ist es aber nicht. Denn das entspricht nur etwa 80 Prozent des gesamten deutschen Gasverbrauchs des milden Jahres 2021 und berücksichtigt nicht die steigende Nachfrage infolge der beschlossenen Energiewende.

Teure Energie

Das wird zudem eine teure Angelegenheit. Nicht nur aufgrund der komplett neu zu errichtenden Infrastruktur. Am Weltmarkt gibt es auch noch andere Staaten, allen voran China, die verflüssigtes Erdgas kaufen. Schon jetzt liegt die Nachfrage über dem Angebot, und die Preise sind entsprechend hoch, nämlich das Vierfache dessen, was für das Erdgas aus Russland bezahlt werden musste.

Der aktuelle Beschluss der Niederlande, die Förderung im Erdgasfeld Groningen einzustellen, wird die Krise noch verschärfen und die Preise weiter nach oben treiben.

Mogelpackung

Christian Leye, Bundestagsabgeordneter der Linken, erkennt die Mogelpackung der „Ampel“-Regierung und sagte dazu:

In Wahrheit gibt es in den nächsten drei bis vier Jahren nicht genug Produktionskapazität für LNG, um den wachsenden Bedarf zu decken.

Wohlstandsverlust von 2.000 Euro pro Person

Die fehlenden Produktionskapazitäten gehen Hand in Hand mit Kosten, die das Vielfache des bisherigen ausmachen werden. Diese sind noch gar nicht berücksichtigt in der Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), das errechnete, dass die Sanktionspolitik gegen Russland im laufenden Jahr der Wirtschaft rund 175 Milliarden Euro kosten wird. Das bedeutet einen Wohlstandsverlust von 2.000 Euro für jeden Bundesbürger.

Kein Mitleid mit der eigenen Bevölkerung

Aber wer glaubt, dass sich der Linke gegen die Teuerung und den Wohlstandsverlust einsetzen wird, irrt. Er hat kein Mitleid:

Also lautet die unausgesprochene Strategie, dass Deutschland weiter irrsinnige Preise zahlt und andere, weniger reiche Länder, leer ausgehen.

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