Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich

Armin Wolf und Herbert Kickl in der ZIB2 am 18.1.2023

Beim Jahresbilanz-Interview im ORF brachte FPÖ-Chef Herbert Kickl „ZIB2“-Moderator Armin Wolf sogar zum Stottern.

ORF

19. Januar 2023 / 14:49 Uhr

Kickl in „ZIB2“: „Warum soll mich der Bundespräsident nicht angeloben? Erklären Sie mir das bitte, Herr Wolf!“

Von wegen „Hass im Netz“, es gibt anscheinend auch „Hass im Fernsehen“: Den Beweis dafür lieferte gestern, Mittwoch, Armin Wolf im ORF . Dem „ZIB2“-Moderator war anscheinend jedes Mittel recht, um FPÖ-Chef Herbert Kickl anpatzen zu können.

Wolf tappte ins Fettnäpfchen

War es die Verurteilung durch die Kommunikationsbehörde KommAustria, die dem ORF die Verletzung des Objektivitätsgebots vorwarf, weil dieser die damalige freiheitliche Regierungsmannschaft unter Türkis-Blau als „blaue Regierungsbande“ bezeichnet hatte, oder war es der Ärger von Armin Wolf über die Umfragen, die die FPÖ auf Platz eins sehen? Man weiß es nicht. Wolf attackierte Kickl mit jeder Frage und fabrizierte damit Fettnäpfchen, in das der FPÖ-Chef sein Gegenüber treten ließ.

Wolf: „Ich gehe nie auf Demonstrationen“

Als es um die Corona-Demos ging, behauptete Wolf, dass sich die Teilnehmer nicht an die vorgeschriebenen Routen gehalten hätten. Kickl bestritt dies und sagte:

Ich war bei einigen Demos selbst dabei, Sie habe ich dort nie gesehen…

Darauf Wolf:

…ich gehe nie auf Demonstrationen, Sie haben mich noch nie auf einer Demo gesehen…

Kickl weiter:

…dann wird es Ihnen kein Anliegen gewesen sein. Mir war es ein Anliegen, auf der Seite der Bevölkerung auch entsprechend Flagge zu zeigen.

Falsche Fakten zu Corona-Demos

Wolf behauptete dann sogar, dass sich Corona-Demonstranten abseits der vorgeschriebenen Routen mit der Polizei geprügelt hätten und in eine Garage eines Versicherungsgebäudes hineingestürmt wären. Wäre er bei genannter Demo dabeigewesen, hätte er nicht derart faktenwidrige Behauptungen aufgestellt. Kickl klärte auf, dass die vorgeschriebenen Routen nur dann verlassen worden wären, wenn die Polizei diese abgesperrt hätten und die Teilnehmer dadurch gezwungen worden seien, andere Strecken zu benützen.

Märchen über „Stürmung des Versicherungsgebäudes“

Bezüglich „Stürmung des Versicherungsgebäudes“, wie das auch vom damaligen Kanzler Sebastian Kurz und dem damaligen Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP) bezeichnet worden waren, stellte die Staatsanwaltschaft Folgendes fest:

Es handelte sich nicht um einen wildgewordenen Mob, der das Gebäude der Wiener Städtischen bewusst stürmte, um dort Körperverletzungen oder Sachbeschädigungen zu begehen. Vielmehr handelte es sich um eine verselbständigte Reaktion einer Gruppe, wobei ein paar Personen zu laufen begannen und viele weitere einfach folgten. Es entstand der Eindruck, dass diese lediglich aus der Umkesselung der Polizei fliehen wollten, um einer Amtshandlung durch die Polizei zu entgehen, und den Personen neben ihnen folgten.

Unglaublich: Wolf behauptete also Dinge, die schon längst durch die Justiz widerlegt worden sind. Recherche? Fehlanzeige!

Wolf konnte Zitat des Bundespräsidenten nicht belegen

Wolf sagte zu Kickl bezüglich eines möglichen Wahlsieges der FPÖ bei den Nationalratswahlen wörtlich:

Sie haben ja noch ein Problem. Selbst wenn Sie einen Koalitionspartner finden würden, gibt’s einen Bundespräsidenten, der Sie als Innenminister entlassen hat und sagte, schon Ihre Angelobung war ein Fehler. Der wird Sie doch kaum als Regierungschef angeloben, oder?

Dazu FPÖ-Chef Kickl:

Diesen Satz, den hätte ich jetzt gerne von Ihnen belegt, den zweiteren.

Wolf wirkte entlarvt und stotterte nach einer kurzen Pause Folgendes:

Das kann ich Ihnen jetzt leider nicht vorstellen, äh, vorspielen…

Kickl-Entlassung, weil es der Bundeskanzler vorgeschlagen hat

Kickl weiter:

Diesen Satz kenne ich nicht. Da darf ich Ihnen berichten, dass ich ja vor gar nicht allzu langer Zeit ein Gespräch mit dem Bundespräsidenten gehabt habe. Und ich habe ihn damals gefragt, warum er mich denn eigentlich entlassen hat – und seine einzige Erklärung war: Er hat es deshalb getan, weil es der Bundeskanzler vorgeschlagen hat. Er hat also keine sachliche Begründung nennen können, auch auf wiederholte Anfrage nicht. … Wenn der Herr Bundespräsident schon so ein Problem hat, eine Erklärung zu finden für eine Entlassung, ja, dann erklären Sie mir doch bitte, warum er den Chef einer demokratischen Partei, die auch aus Wahlen erfolgreich und als stärkste Partei hervorgeht, nicht mit einer Regierungsbildung beauftragen soll. Erklären Sie mir das bitte!

„Freiheitlicher Bundeskanzler würde Gender-Unfug abschaffen“

Auch das konnte Wolf nicht. Zurück blieb ein schaler Nachgeschmack und die Frage, ob sich so unabhängiger und öffentlich-rechtlicher Journalismus anfühlt, oder ob der gender-geplagte ORF – zu diesem Thema meinte Kickl übrigens, dass ein freiheitlicher Bundeskanzler den ganzen Gender-Unfug sofort einstellen würde – mit dieser ZIB nur ein weiteres Zeugnis seiner unverhohlenen Linkslastigkeit abgegeben hat.

Voriger / nächster Artikel

Unterstützen Sie unsere kritische, unzensurierte Berichterstattung mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Folge uns auf unserem Telegram-Kanal, um Artikel zu kommentieren und unzensuriert informiert zu bleiben.

Teile diesen Artikel

    Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:

Politik aktuell

5.

Feb

08:00 Uhr

Wir infomieren

Unzensuriert Infobrief

YouTube player

YouTube player