Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich

Im Kriminalitätsgeplagten Berlin machen sich die Beamten des Landeskriminalamts Sorgen um „diskriminierende“ Sprache bei der Polizei.

1. Januar 2023 / 16:52 Uhr

Neues Sprachdiktat bei Berliner Polizei: Aus „Südländern“ werden „Westasiaten“

Eine neue Regelung zu politisch korrekter Sprache sorgt bei der Berliner Polizei für Unmut: Das Landeskriminalamt (LKA) der Bundeshauptstadt fordert in seiner Empfehlung zu „diskriminierungssensiblem Sprachgebrauch“ dazu auf, Begriffe wie „Asylbewerber“ zu vermeiden.

Asylbewerber werden zu „schutzsuchenden Menschen“

Aus dem eigentlich wertfreien Begriff „Asylbewerber“ soll nach den Vorstellungen der Berliner Beamten „schutzsuchende Menschen“ und, besonders skurril, aus den Südländern „Westasiaten“ werden, berichtet die Bild, der die Empfehlung des LKA vorliegt. Bemerkenswert ist auch die Begründung für das neue Sprachdiktat: So sei der Begriff „Südländer“ etwa durch „verfassungsfeindliche Medien belegt“.

Polizei-Gewerkschafter fürchtet Verschleierung der Realität

Die Kritik an den neuesten Forderungen aus dem rot-rot-grünen Berlin ließ nicht lange auf sich warten: Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, befürchtet eine Verschleierung der Realität; schließlich seien in der Hauptstadt „junge Männer aus der Türkei, dem Irak oder dem Libanon nicht selten in Straftaten verwickelt“ und die „beste Sprachschule“ kein Mittel gegen die „Schattenseiten der Migrationspolitik“. Der Gewerkschafter sieht darin eine „Verhöhnung der Belegschaft“, die gerade angesichts der massiven Probleme in Berlin – von Islamisten über Klima-Kleber bis hin zur weitverbreiteten Clan-Kriminalität – ohnehin mehr als genug zu tun habe.

CDU-Politiker gegen „links-grünen Sprachkodex“

Auch Unionspolitiker zeigen sich kritisch. So sagte etwa der Bundestagsabgeordnete Christoph de Vries, die Polizisten in der Bundeshauptstadt hätten „Vertrauen und politische Rückendeckung verdient, statt eines links-grünen Sprachkodex“; es werde „nichts besser, wenn man die Dinge nicht beim Namen nennt“.

Sein Parteifreund Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, warnt vor falsch verstandener Rücksichtnahme im rot-rot-grünen Berlin. Beschreibungen von (potenziellen) Tätern müssten objektiv sein und auch „alle äußeren Merkmale eines Täters“ enthalten.

Nichts Neues im Westen

Neu ist das alles nicht: Bereits 2020 verbot der Berliner Senat unliebsame Begriffe: Dabei wurden unter anderem Ausländer zu „Einwohnenden ohne Staatsbürgerschaft“ und Dunkelhäutige zu „Menschen, die Rassismuserfahrungen machen“ (unzensuriert berichtete).

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