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Harald Himmer

Korruptionsvorwürfe gegen ÖVP-Politiker finden anscheinend kein Ende: Jetzt steht auch der Wiener Bundesrat Harald Himmer wegen des Verdachts der Untreue vor Gericht.

21. November 2022 / 10:27 Uhr

Nächster ÖVP-„Bonze“ vor Gericht: Bundesrat Himmer wird Untreue vorgeworfen

Der Malversationen, die im ÖVP-Korruptions-Untersuchungs-Ausschuss aufgedeckt werden, nicht genug, steht nun ein weiterer ÖVP-„Bonze“ in einem Untreue-Prozess vor Gericht.

“Unternehmen am Vermögen geschädigt”

Für den Wiener ÖVP-Bundesrat und Ex-Alcatel-Vorstand Harald Himmer wird es ab heute, Montag, ungemütlich. Himmer muss sich vor einem Schöffensenat am Wiener Landesgericht verantworten, weil er als Manager der Alcatel-Lucent Austria AG seine Befugnisse wissentlich missbraucht und das Unternehmen erheblich am Vermögen geschädigt haben soll.

“Scheinrechnungen” über angeblich erbrachte Leistungen

Mitangeklagt sind der Ex-Lobbyist Peter Hochegger und der frühere Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer. Von Himmer – für ihn und die beiden anderen Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung – soll laut Staatsanwaltschaft Wien der Vorschlag gekommen sein, Hocheggers Firma Valora AG könne „Scheinrechnungen“ über angeblich erbrachte Leistungen legen, die aus dem vorhandenen Budget für Schulungen, Seminare und Studien zu Produktneuentwicklungen bezahlt würden.

Politiker warb mit dem Slogan “Bonzen quälen, Himmer wählen”

Himmer wird Untreue, Hochegger und dem Ex-Telekom-Manager Beihilfe zur Untreue vorgeworfen. Während Hochegger geständig ist, bestreiten Himmer und der Ex-Telekom-Manager die Vorwürfe.

Paradox: Als Wahlkämpfer bei der Nationalratswahl 1990 hatte der damals junge Politiker Himmer mit dem Slogan „Bonzen quälen, Himmer wählen“ um Stimmen geworben. Jetzt, 32 Jahre später, wird der ÖVP-„Bonze“ selbst „gequält“ – und zwar vor Gericht von der Staatsanwaltschaft.

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