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Sonntagsfrage 20. 10.22

Die Freiheitlichen verzeichnen weiterhin einen Aufwärtstrend. In der aktuellsten Umfrage trennen sie nur noch zwei Prozentpunkte von der schwächelnden SPÖ.

22. Oktober 2022 / 11:13 Uhr

Umfrage-Hammer: Blaue sägen am roten Umfragethron – der Abstand schmilzt

Nur noch zwei Punkte hinter Platz eins. Die Freiheitlichen sind drauf und dran, stärkste Partei zu werden. Das zeigt eine Österreich-Umfrage der Lazarsfeld-Gesellschaft mit 2.000 Befragten im Zeitraum vom 17. bis 19. Oktober.

SPÖ wird als Oppositionspartei nicht wahrgenommen

Während die SPÖ im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von einem Punkt einfährt und bei 27 Prozent hält, klettert die FPÖ auf 25 Prozent und verringert somit den Abstand zu den Roten, die vom Politbeben in der ÖVP gar nicht profitieren können.

Die Skandale in den eigenen Reihen (Finanzskandal der Wien Energie und der Umgang damit von Bürgermeister Michael Ludwig, oder die angeblich bestellten Leserbriefe für Kärntens SPÖ-Landeshauptmann Peter Kaiser) spielen da eine Rolle, aber auch der Eindruck, dass die SPÖ eher als Einheitspartei mit der schwarz-grünen Regierung und weniger als Oppositionspartei wahrgenommen wird.

Pinke zollen ihrer schizophrenen Politik Tribut

Die ÖVP rasselt weiter nach unten. Die 22 Prozent vom Donnerstag, 20. Oktober, sind womöglich schon wieder Geschichte. Angesichts der aktuellen Polit-Lage könnte sie bereits unter 20 Prozent angekommen sein. Grüne und Neos tümpeln jeweils bei zehn Prozent herum.

Dass die Pinken im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte verloren, könnte mit dem Auftritt ihrer Chefin Beate Meinl-Reisinger in der ORF-Sendung „ZIB2“ zu tun haben, wo sie ihre schizophrene Politik zur Schau stellte. Keine Rolle mehr dürfte die MFG in der heimischen Politik spielen, diese liegt nur noch bei zwei Prozent.

Altlasten Kurz und Schmid “abwerfen”

Die Frage, die sich nach den Vorwürfen von Korruption, Freunderlwirtschaft und Postenschacher stellt, ist, ob die ÖVP aus dem Abwärts-Strudel überhaupt noch herauskommen kann?

Der Mainstream, größter Profiteur der schwarz-grünen Regierung aufgrund millionenteurer Inserate, macht sich da offenbar große Sorgen. Oe24 titelte gleich nach der „Beichte“ des Ex-Generalsekretärs im Finanzministerium, Thomas Schmid, bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), dass ÖVP-Bundeskanzler Karl Nehammer „volle Aufklärung“ fordere. Die Kronen Zeitung schreibt heute, Samstag, dass Nehammer die „Altlasten Sebastian Kurz und Thomas Schmid abwerfen“ müsse.

Macht wichtiger, als Glaubwürdigkeit

Das ist insofern bemerkenswert, als der jetzige Bundeskanzler Karl Nehammer selbst Teil der „Altlast“ und Überbleibsel der türkisen Kurz-Regierung ist. Seine Treue zu jenem Mann, der für die ÖVP und für ihn jetzt zum Problem geworden ist, gipfelte im Oktober 2021 mit seiner Unterschrift unter einem Bekenntnis, nur mit Sebastian Kurz der Spitze einer Regierungsbeteiligung angehören zu wollen.

Nehammer machte sich damit zum Kasperl: Denn nur wenige Stunden, nachdem Kurz als Regierungschef zurückgetreten war, brach auch Nehammer seine selbst inszenierte Nibelungentreue. Er blieb. Macht war ihm anscheinend schon damals wichtiger, als Glaubwürdigkeit.

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